Saison 2026/2027
Herbstpokal 2026
10. Oktober – 11. Oktober
SV Halle verpasst Turniersieg in dramatischem Finale nur knapp
Ein Wochenende voller Spannung, Kampfgeist und großer Emotionen liegt hinter den Wasserballern des SV Halle. Beim Internationalen Herbstpokal am 10. und 11. Oktober in der Schwimmhalle Neustadt begeisterten die Herren vor einer großartigen Zuschauerkulisse mit packenden Spielen und erreichten erstmals in der Vereinsgeschichte das Finale. Dort fehlten am Ende nur wenige Sekunden zum möglichen Turniersieg. Auch die Jugend überzeugte und sicherte sich einen starken dritten Platz.
Für die Herren war es zugleich der erste Wettkampftest unter dem zurückgekehrten Trainer Robert Brode, dessen Mannschaft bereits zum Auftakt gegen den SC Chemnitz gefordert wurde. Obwohl Halle früh in Führung ging und diese über weite Strecken behauptete, hielt der unterklassige Gegner entschlossen dagegen. Am Ende stand ein verdienter 14:9-Arbeitssieg, bei dem allerdings auch deutlich wurde, dass nach den intensiven Vorbereitungswochen noch nicht alle Abläufe reibungslos funktionierten. Was anschließend gegen Sparta Prag folgte, entwickelte sich zu einem echten Wasserballkrimi. Zwischenzeitlich mit mehreren Toren im Rückstand, kämpften sich die Hallenser mit einer beeindruckenden Mannschaftsleistung zurück ins Spiel. Besonders die leidenschaftliche Abwehrarbeit mit zahlreichen geblockten Würfen sowie starke Paraden von Torhüter Fritz Felker, der unter anderem einen Fünfmeter entschärfte, hielten Halle im Rennen. Als es kurz vor Schluss 11:11 stand, schien die Partie bereits auf ein Unentschieden hinauszulaufen. Doch fünf Sekunden vor dem Ende fing Edwin Brode einen Rückpass der Prager ab und verwandelte eiskalt zum umjubelten 12:11-Sieg. Damit sicherte sich der SV Halle ungeschlagen den ersten Platz in seiner Gruppe. Auch das Halbfinale am Sonntag gegen den Ligakonkurrenten SV Zwickau verlangte den Hallensern alles ab. Erneut überzeugte die Mannschaft mit großem Kampfgeist und einer geschlossenen Defensivleistung, wobei auch Torhüter Johannes Finger, der im Halbfinale das Tor hütete, mit zahlreichen Paraden glänzte. Obwohl Halle über weite Strecken deutlich führte, wurde es in der Schlussphase noch einmal eng. Mit vereinten Kräften brachte das Team den 13:11-Erfolg jedoch über die Zeit und machte damit den historischen Finaleinzug perfekt. Dort wartete mit dem SV Weiden kein Geringerer als der amtierende Meister der Wasserballliga Süd, der sich zuvor souverän gegen Sparta Prag durchgesetzt hatte. Vor einer großartigen Kulisse entwickelte sich ein hochklassiges, hart umkämpftes Endspiel, in dem sich beide Mannschaften über die gesamte Spielzeit kaum etwas schenkten. Wieder waren es vor allem die kompromisslose Abwehrarbeit, zahlreiche geblockte Würfe und starke Torhüterparaden, mit denen Halle den favorisierten Gästen das Leben schwer machte. Auch offensiv fand der SV immer wieder Lösungen, sodass bis in die letzten Sekunden völlig offenblieb, wer den Pokal in die Höhe stemmen würde. Beim Stand von 8:8 und nur noch wenigen Sekunden auf der Uhr lag die Entscheidung zum Greifen nah. Doch ein gegen Halle gepfiffenes Stürmerfoul leitete einen Konter der Gäste ein, den Weiden rund 20 Sekunden vor Schluss zum 9:8 nutzte. Der SV setzte anschließend alles auf eine Karte, nahm den Torhüter zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers aus dem Wasser und erspielte sich in Überzahl tatsächlich noch mehrere gute Möglichkeiten. Der erlösende Ausgleich wollte jedoch nicht mehr fallen. Nach einem nervenaufreibenden Finale blieb Halle damit der zweite Platz – und trotz der bitteren Niederlage die Gewissheit, an diesem Wochenende weit mehr erreicht zu haben, als vor Turnierbeginn zu erwarten gewesen war. Besonders die Abwehrarbeit erhielt auch von den Weidener Spielern nach dem Finale viel Anerkennung. „Wenn selbst der Gegner nach dem Spiel unsere Abwehrarbeit und die vielen geblockten Würfe hervorhebt, ist das gerade zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison ein großes Kompliment für die gesamte Mannschaft. Daran müssen wir anknüpfen und diese Leistung auch in der Liga zeigen“, erklärte Kapitän und Torhüter Fritz Felker. Auch Trainer Robert Brode zog ein positives Fazit: „Das Wochenende hat unglaublich viel Spaß gemacht und gezeigt, welches Potenzial in dieser Mannschaft steckt. Gleichzeitig gibt es noch viele Stellschrauben, an denen wir arbeiten müssen. Entscheidend wird sein, dass wir weiterhin so intensiv trainieren und diese Leistungen auch in der Saison abrufen können.“
Auch die Jugend überrascht mit Platz 3
Neben den Herren wusste auch der Nachwuchs des SV Halle beim heimischen Herbstpokal zu überzeugen. Mit einem 5:3-Erfolg gegen Sparta Prag Women gelang ein erfolgreicher Turnierauftakt, bei dem insbesondere die konzentrierte Abwehrarbeit überzeugte, während im Angriff noch einige Möglichkeiten ungenutzt blieben. Im anschließenden Spiel gegen den ASC Brandenburg erwischten die Hallenser dagegen einen denkbar schlechten Start. Der frühe Rückstand erwies sich als zu große Hypothek, auch wenn sich die Mannschaft im weiteren Verlauf stabilisierte und zunehmend besser ins Spiel fand. Am Ende stand eine deutliche 8:16-Niederlage. Umso bemerkenswerter war die Reaktion im dritten und letzten Samstagsspiel gegen Sparta Prag. Trotz der bereits hohen körperlichen Belastung zeigte der hallesche Nachwuchs eine geschlossene Mannschaftsleistung, verteidigte erneut konsequent und setzte auch offensiv zahlreiche Trainingsinhalte erfolgreich um. Unterstützt von einer starken Torhüterleistung gelang ein verdienter 11:8-Erfolg gegen eine Mannschaft, der man sich noch im Vorjahr hatte geschlagen geben müssen. Ein deutliches Zeichen für die positive Entwicklung des Teams. Am Sonntag wartete mit dem SVV Plauen schließlich der spätere Turniersieger, gegen den Halle eine deutliche 4:24- Niederlage hinnehmen musste. Dank der beiden Siege vom Vortag reichte es in der Abschlusstabelle dennoch zu einem hervorragenden dritten Platz hinter Plauen und Brandenburg. Damit können beide Mannschaften des SV Halle auf ein gelungenes Heimturnier zurückblicken, das nicht nur sportliche Erfolge, sondern auch wichtige Erkenntnisse für die kommenden Aufgaben brachte. Für die Herren beginnt die neue Saison in der Wasserballliga Ost Anfang November mit einem Auswärtswochenende in Berlin. Die Jugend startet Ende November mit einem Doppelspieltag in Dresden in die Landesmeisterschaft Sachsen. Nach den gezeigten Leistungen dürfen beide Teams zuversichtlich auf die bevorstehende Saison blicken.
Team SV Halle
Fritz Felker; Ole Schleußner; Otto Schneider; Paul Kehrer; Mika Tautz; Edwin Brode; Michael Beck; Willi Wolfer; Malte Fahrig; Till Ritzmann; Milan Fahrig; Oskar Felker; Jonas Michelmann; Hermann Klöpper; Jannis Ufer; Paul Spiegler; Johannes Finger
- Trainer: Robert Brode/Heiko Wünsch
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